Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Betzdorf-Kirchen
Unesco-Projekt-Schulen
     
Zuletzt geändert am: Mon, 14.11.2016 von Barbara Meyer-Görke

Welterbefahrt in die Grube Messel

Ganz im Zeichen des Naturerbes stand die Fahrt des Unesco-Teams zur Grube Messel und in den Hochwildschutzpark Hunsrück kurz vor den Sommerferien.

Wie in jedem Schuljahr unternahm das Unesco-Team eine Welterbefahrt, um die Schülerinnen und Schüler für den Schutz unseres Kultur- und Naturerbes zu sensibilisieren und Unesco-Welterbestätten in Deutschland kennen zu lernen.

Während sich die mehrtägigen Fahrten in der Regel an SchülerInnen ab Klasse 9 richten, können bei den eintägigen Veranstaltungen alle Jahrgangsstufen teilnehmen.

Am 19.7. ging es morgens um halb 8 Uhr los Richtung Darmstadt – genauer zum Weltnaturerbe „Grube Messel“. Diese einzigartige Naturlandschaft ermöglicht einen Blick in die Zeit, als die Säugetiere begannen, die Welt zu erobern. Wie sah die Welt vor 48 Millionen Jahren aus? Was für Tiere lebten hier? Welche Pflanzen gab es? Und wie entstanden die unzähligen Fossilien, für die die Grube so berühmt ist?

Da wir als Gruppe mit insgesamt 52 Teilnehmern sehr groß waren, teilten wir uns nach der Ankunft auf, um in zwei Führungen in entgegengesetzter Richtung die Grube zu erforschen. Und das machten wir tatsächlich: Bei unserem Spaziergang durch das Grubengelände konnten wir Gewürze riechen und ihre Blätter bestimmen, um herauszufinden, welche Pflanzen es damals gab. Und wir staunten nicht schlecht: Lebten die ersten Säugetiere in Messel doch in einer subtropischen Umgebung.

Das berühmte Urpferdchen konnten wir als Fossilie und auch als Nachbildung betrachten und natürlich suchten wir auch selber nach Versteinerungen im überall herumliegenden Ölschiefer. Wie das professionell gemacht wird, zeigten uns dann noch Studenten bei der Arbeit mit dem Ölschiefer.

Nach knapp zwei Stunden trafen sich wieder alle am Ausgang und waren sich einig: Die Grube Messel ist zu Recht Weltnaturerbe (seit 1995) und der Besuch hier hat sich gelohnt!

Doch damit war unser Tag noch nicht zu Ende: Mit dem Bus ging es nun in den Hochwildschutzpark Hunsrück in Rheinböllen. Hungrig und durstig packten wir dort erst einmal unser Picknick aus und machten es uns auf den Bänken am See gemütlich: Jeder hatte eine Leckerei eingepackt und so hatten wir ein beeindruckendes Buffett mitten im Naturpark.

Gemeinsam besuchten wir dann die Vorführung der Falknerei. 2014 wurde die Falknerei – auch Beizjagd genannt – immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission. Während die Vögel ihre Beute holten, erklärte der Falkner viel Wissenswertes rund um die Jagd mit Greifvögeln, ihre Haltung aber auch die Besonderheiten der einzelnen Tiere.

Im Anschluss an diese Vorführung hatte dann jeder noch die Gelegenheit, den Park zu besichtigen, bei der Fütterung von Wölfen und Luchsen dabei zu sein oder auch einfach einen Kaffee mit Blick auf den See zu trinken. Am Ende des Tages wurden wir dann alle doch noch nass: Der Wetterbericht hatte – zum Glück erst kurz vor der Heimfahrt – Recht: Es goss in Strömen.

Müde aber zufrieden und voll von Eindrücken machten wir uns auf die Heimreise. Mal sehen, welches Ziel sich das Vorbereitungsteam „Welterbefahrt“ für 2017 aussucht. Wir sind schon gespannt!