Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Betzdorf-Kirchen
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Zuletzt geändert am: Mon, 30.04.2018 von Barbara Meyer-Görke

Zwei Tage kreatives Schreiben - Workshop mit Ken Yamamoto für interessierte SchülerInnen der Klassen 10

Literatur braucht ein Publikum und muss an die Öffentlichkeit, nach diesem Motto finden schon seit Jahren überall in Deutschland Poetry Slams statt – Vortragswettbewerbe, bei denen selbstgeschriebene Texte einem Publikum vorgetragen werden.
Aber wie entstehen solche Texte? Was interessiert das Publikum? Wie gestalte ich solche Texte sprachlich? Müssen Gedichte immer gereimt sein? Wie finde ich ein Thema? Und wie trage ich letztendlich einen solchen Text vor?
Das waren sicherlich Fragen, die die 16 SchülerInnen der Klassen 10 bewegten, die sich für den freiwilligen, zweitägigen Workshop „Poetry Slam“ mit dem bekannten Poetry-Slammer Ken Yamamoto angemeldet hatten.
Ermöglicht hatte diese Schulveranstaltung der besonderen Art das LiteraturBüro e.V. aus Mainz, das diese zweitägigen Workshops Schulen in Rheinland-Pfalz anbietet und vor allem auch finanziert.

Und so fanden sich am Donnerstagmorgen 15 gespannte, aber auch ein wenig unsichere Schülerinnen und ein Schüler in der Bibo ein, um Ken Yamamoto kennenzulernen und sich in den folgenden zwei Tagen kreativ mit Sprache auseinanderzusetzen.

Geschrieben wurde in den zwei Tagen viel – aber es wurde auch genauso viel diskutiert und vor allem auch performt, also die eigenen Texte vorgetragen. Standen zu Beginn noch „Elfchen“ als Schreibübung auf dem Programm, hieß es zum Abschluss am Freitag dann „45 Minuten Zeit für einen Text, der den Zuhörern in der 5. Stunde vorgetragen werden kann“. Und das funktionierte? Die Klasse 8sp sowie die am Workshop nicht teilnehmenden SchülerInnen der Klassen 10sp, die als Zuhörer eingeladen worden waren, antworteten eindeutig: Alle 16 SlammerInnen erhielten tosenden Beifall für ihren Text und ihren Vortrag.
Die Themen der Texte waren dabei so vielfältig wie die Vortragenden: Sie handelten von der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich, dem „Mädchensein“, der Frage was denn Politik ist und wie sie wahrgenommen wird oder aber auch der Liebe. Alle Zuhörenden waren begeistert, was die Vortragenden in zwei Tagen erreicht hatten.

Dabei hatten die wenigsten der angemeldeten SchülerInnen zu Beginn konkrete Vorstellungen, was sie in diesen zwei Tagen erwartet. Doch am Ende waren sich alle einig: Dieser Workshop war ein Höhepunkt des Schuljahrs.
Der Profi Ken hatte in diesen zwei Tagen
- mit ihnen diskutiert – denn nur durch eine reflektierte Auseinandersetzung mit sich selbst und den Themen, die einen beschäftigen, können auch Texte entstehen, die ein Publikum interessieren.
- Schreibanlässe konstruiert – sei es die Verarbeitung eines aktuellen Themas oder aber auch die Beschreibung einer Person über einen Gegenstand, sei es das Schreiben für sich allein oder die Verarbeitung eines Themas im Team.
- Tipps zum Schreiben der Texte gegeben – Gedichte müssen eben nicht immer gereimt sein, Prosa kann ebenso gut einem Publikum vorgetragen werden wie fiktive Dialoge oder lyrische Texte.
- mit den SchülerInnen die Vorträge in einer Atmosphäre von Empathie und Wertschätzung durchgeführt.
- Mut gegeben, sich dem Publikum zu stellen, die Texte vorzutragen.
- Motivation geschaffen, sich auch schwierigen Themen zu nähern, diese in literarischer Form zu verarbeiten.
- gezeigt, dass kreatives Schreiben immer auch Experimentieren mit Inhalten, Sprache und vor allem auch dem Publikum ist.
Und so fiel die Feedback-Runde am Freitag denn auch durchweg positiv aus:

Diese zwei Tage hätten Spaß gemacht, man habe viel über sich selbst und auch andere erfahren, die MitschülerInnen besser kennen gelernt. So viel Zeit zum Diskutieren, Meinungen austauschen und vor allem dem konstruktiven Austausch über Texte habe man im regulären Unterricht nie. Der eigenen Kreativität seien keine Grenzen gesetzt gewesen und vor allem habe man gelernt, dass auch das Slammen selbst – also der Vortrag der eigenen Texte – gar nicht so schlimm ist, wie man vielleicht vorher dachte.